Trains en Alsace Lorraine

EHNWILLER :

Eisenbahn Romantik pur

Wir fahren nach Ehnwiller, ein kleines Dorf im Unterelsass, verbunden an die grosse Welt dank einer Nebenstrecke in Strassenlage. Diese HO Anlage wurde in Modulform errichtet und konnte somit schon auf zahlreichen Austellungen bewundert werden. Suchen Sie nicht den Ort Ehnwiller auf der Landkarte - dieser ist nur fiktiv, dennoch lehnt sich das Thema an eine Vorbildstrecke zwischen Walbourg und Lembach stark an .

Mehr über diese Anlage finden Sie auch in der Zeitschrift


Sommer 1953. Es war sehr warm geworden heute. Ich traff um 18h25 in Walbourg ein. Ein langer Zug aus preussischen dreiachswagen gezogen von einer 1-242 TA (ex T20 AL). Meinen Anschlusszug wartete schon auf dem Nebenbahnsteig. Die Machine, 1-232 TC 415 des BW Haguenau mit ihrem grün und schwarzen Kleid, wartete auf das Abfahrtszeichen. Hinter Ihr ein bunt gemischter Zug aus Gepäck- und dreiachsigenwagen, manche mit Endplattformen, andere mit Abteil. Noch ein kleine halbe Stunde Geduld und ich werde am Ziel meiner Reise sein. Ich kannte sehr gut den dortigen Endbahnhof. Grund dafür war das meine Tante das Haus hinter dem letzten Prellbock bewohnte, wovon ich einen sehr guten Ausblick auf den Betreib hatte.

La 232TC devant la remise

Der Morgen Zug ! Ich stand immer früh auf um gleich aus dem Haus zu schleichen. Ich wollte die Aufbereitung der TC mitverfolgen. Sie war mit den letzten Abendzug gekommen. Dieser stand am Bahnsteig, nur die Lok wurde im Lokschuppen unterstellt. Zuvor hatte Sie noch Kohle und Wasser gefasst. Dafür stand eine kleine Bekohlungsanlage bereit ; es musste schon eine gewisse Geschickligkeit und Muskelkraft vonnöten sein um mit dem Kohlenkorb die Leiter bis zum Kohlenkasten hinauf zu klettern. Ein Wasserkran deren Leitung direkt vom kleinen Wasseturm aus durch den Schuppen geleget war sorgte für das Speisewasser.

Der Schuppen hatte gerade Platz um eine Tenderlok unterzubringen, verfügte über eine Grube und einer kleinen Werkbank um kleinere Reparaturen durchzuführen. Grössere Werkarbeiten und Unterhaltungsarbeiten wurden im zuständigen BW Haguenau erledigt. Ein Schuppenanbau war für die Unterkunft des Personnals bestimmt.

Die ersten Sonnenstrahlen erleuchteten schon den Kessel. Dampf, Luftpumpe. Ein dumpfer Knall, Wasser strömmten durch den Injektor. Die Mannschaft entrichtete die letzten Vorbereitung auf die Fahrt nach Haguenau, ein bischen Schmieröl, Putzlumpen, tausendmal durchgeführte Handgriefe. Nun konnte die TC losfahren. Sie fuhr zur Einfahrtsweiche, um nach Stellung der Weiche, wieder vor dem Personnenzug zu gelangen. Die ersten Reisenden, meistens Arbeiter und Schüler warteten schon auf die Erlaubnis die Wagen zu besteigen. Es waren diese schönen dreiachsigen Abteilwagen, die verglichen mit dem heutigen Standard eher einen spartiaten Komfort anbieteten, mit ihren hölzernen Bänken und ihren Fenster die mittels eines Lederriemen betätigt wurden.

la TC manoeuvreLe train au départ

Bis zum Abfahrt hatte ich Zeit unseren 'Fort' zu besteigen ; es war eine in einem Baumzweig gebaute Holzhütte. Sie war von einigen Jungs des Dorfes gebaut worden, und erlaubte einem guten Blickfang auf die Bahnhofsanlage. Ein kurzer Pfiff, Abfahrtsgenemigung, worauf die TC gleich mit einem Achtungspfiff antwortete. Mit geöffneten Zylinderventile, einigen Auspuffschlängen, und schon fuhr der Zug vorbei. Die vier Wagen erforderteten nur wenig Kraft von der TC.

En accottement de route

Texas im Elsass ! Es war ein elsäßisches Texas, wenn man so sagen kann. Dieses Mineralöl war hier seit Jahrhunderten bekannt. Dieser schwimmende fettige Körper an der Oberfläche der Quelle "Baechel-Brunn" diente dazu, die Räder der Wagen zu schmieren, und die Wunden oder Zahnübel zu heilen. Sie gab im übrigen den Dorfnamen Pechelbronn, der als ein hoher Ort der französischen Erdölindustrie angesehen wurde. Generationen von Ingenieuren wurden im Elsaß an den Techniken der Bohrung und der Raffination der Rohöle vertraut. Die wichtigste und bekannteste Gesellschaften, die die Verteilung dieser Erdölerzeugnisse gewährleisten, war "Antar". Das Vorkommen dehnte sich unter einem großen Teil der Region aus, und obwohl das Dorf von Pechelbronn etwa zwanzig Kilometer entfernt war, wurden mehrere Ölpumpen nahe Ehnwiller installiert, insbesondere die Pumpe 22, die nicht weit weg von der Eisenbahnlinie angesiedelt ist. Die eindrucksvolle Waagenpumpe wurde von einem Maschendraht eingekreist, der jeden Zugang verhindert - ihre langsame Hin und Her Bewegung war von einem lanzinierenden und kontinuierlichen Lärm begleitet .

La pompe à pétrole

Grosse Lok in der Dorfstrasse. Eine Dampfglocke wurde in March gestetzt. Diese war am Leben des Dorfes seit etwa fünfzig Jahr vertraut. Wir gingen schnell bis zur Hauptstraße, um "Sie" zu sehen. Sie hatte soeben den schienengleichen Übergang begleitet durch einen langen schrillen Pfeifenpfiff: die ' TC ', wie man sie hies, obwohl die ältere Leute ihm den Namen von T18 vorzogen - seine Numerierungsklasse, die sie von der Zeit der AL (Chemin von Elsaß und von Lothringen) bis zur Nationalisierung von 1937 trug, wo sie alsdann die Serie 1-232 TC trug. Es war die Lok 420, die auf dieser nebenbahn Ihren Dienst tat. Sie bewegte sich jetzt langsam in der Hauptstraße von Katelhausen, auf Schritt Tempo, denn wir konnten Sie folgen. Wir versäumten es nie, ihren Mechanismus in Bewegung näher zu sehen. Wir waren manchmal so nahe, wie wir die Hitze fühlten, die durch den Langkessel freigesetzt wurde, der uns von seiner eindrucksvollen Masse beherrschte. Sie blies, rollte, holperte manchmal auf den Fugen von Schienen, streiffte Fachwerkbauernhöfe, den Friedhof, die Kirche. Im übrigen ein wenig weiter kamder Zug so nahe am Haus, das man es beim Fensterauslehen streiffen konnte. Man erzählte im übrigen die Geschichte dieser schönen Obsttorte aus Zwetschgen, die soeben aus dem Ofen und auf dem Rand des Fensters der Küche abkühlte. Beim vorbeifahren des Zuges verschwand Sie - sicherlich ein Feinschmecker der diese entwendete. Die Dampfglocke schlug immer weiter, der Zug rückte langsam vor. Man hörte kaum die Auspuffe der zwei Zylindern. Nach der Dorfdurchquerung fand die Strecke wieder Ihren eigenen Bahnkörper, so konnte die Lokführer erneut die Kraft seiner ' Baltic ' befreien und die Geschwindigkeit hochsetzten. Diese Besonderheit, die Straße des Dorfes als Gleiskörper zu benutzen war für einige der Regelspurlinien von lokalem Interesse eigenartig, durch Reichseisenbahnen Elsass-Lothringen (= EL) gebaut. Diese Strecken, die entlang von bestehenden Straßen gezogen wurde, stellte dann eine wirtschaftliche Lösung dar, um abgelegene Regionen mit der Hauptbahn zu verbinden.

Au milieu de la rueViteese au pas !La croix de St AndréDevant l'église

 

Seifenkisten Rennen ! Wir haben etliche Stunden damit verbracht, mein Cousin und ich und wir hatten all unser Know-How als Kindern von 12 Jahren gestellt, um, was in unseren Augen, ein großartiges Gefährt sein sollte : eine Seifenkiste ! Denn diese mußte mit dem Pedalkraftfahrzeug des Jean- Louis, unser Nachbar und Gegner in der Angelegenheit rivalisieren, insbesondere in der einen Gasse im Gefähle gelegen des Dorfes von Katelhausen. Wir nahmen den Start in oberem Teil der Gasse an der Kreuzung mit der Hauptstraße an der Stelle, wo stolz ein stolzer Kastaniebaum sich befand , mehr als Hundertjahrf alt - man sagte, daß er bei der französischen Revolution gepflanzt worden sei.

la course de caisse à savon

Der 'Lumpezug' ! Es war der tägliche Güterzug der eine Vielzahl von Güterwagen her und wieder fortbrachte. Sein hin und her Rangieren hatte Ihm den Spitznamen 'Lumpezug' gegeben. Es war normalerweise eine ehemalige G8.1, eine 1-040D also, des BW Haguenau die gegen zehn Uhr ankam.

Von der Laderampe aus konnte ich Ihre Arbeit am besten verfolgen. Ich musste nur auf die Pferdegespanne aufpassen die die Baumstämme zur Verladung brachten. Diese wurden auf der Rampe aufgestappelt bis zur Ladung auf bestimmte Holzwagen.

Die Lok stellte einen G-Wagen an der Güterhalle ab. Diese war direkt am Empfangsgebäude angebaut. Diese Bauform ruhte auf wirtschaftliche wie auch praktische Gründe : auf kleineren Bahnhöfen war das Personnal sehr beschränkt, und der direkten Zugang zur Güterhalle vom Schalter aus war ein grosser Vorteil. Der Schalter war auch dementsprechend klein dimensionniert ; das Gepäck wurde direkt am Perron (=Bahnsteig) übergegeben.

In der Zwichenzeit hollte die D einen bereitgestellten Wagen aus der BurstenFabrik 'Klein'. Es war eine der zahlreichen Industrien die zu Ende des letzten Jahrhundert dank der Eisenbahn erst wirklich Ihren Aufschwung kannten. Sie produzierte Bursten und Pinsel und war dank einer Wagen-drehscheibe an die Bahn angeschlossen.

Bei der letzten Rangierfahrt wurden die Langholzwagen an der Laderampe bereitgestellt. Die Verladung der Baumstämme konnte beginnen. Nach all dieser Arbeit konnte die D endlich den Rückzug bilden. Danach Kupplungen anziehen, Bremsprobe. Aber erst musste auf den Triebwagen abgewartet werden.

La remise et l'usine Klein 

Montag war Waschtag. Ein wenig abseits der Eisenbahnbrücke befand sich der Waschplatz - dieser war nicht nur die zu derzeit 'Waschmaschine ', aber ebenfalls ein bevorzugter Unterhaltungsort für die Frauen des Dorfes. Man tauschte dort die letzten Geschichten über dem einem oder anderen Dorfbewohner aus. Natürlich wurden die Stellen zugeteilt. Die ältesten nahmen den obersten Platz, dort, wo das Wasser noch klar war, während die Jüngeren Damen sich flußabwärts befanden. Der Waschplatz wurde für einen Teil des Waschens benutzt. Die Wäsche war zuerst Zuhause in einem großem Topf gekocht, bevor man es auf dem Waschplatz in einem kleinen Kutsche brachte, um dort eingeseift und gespült zu werden. Im übrigen war es für dieser Waschsitzungen, wo die in der Küsche abwesenden Frauen ein angemessenes Gericht vorbereiteten, der keine Beobachtung erforderte : der bekannte Backeoffe (ein Gericht aus Kartoffel, Schwein und Schafsfleisch, mit Weisswein uebergossen) . Es war die Spezialität des Montags, die Hausfrauen bereiteten es am Sonntag vor. Am nächsten Tag, der Waschtag, trugen sie es zum Bäcker, wo es langsam im Holzofen kochte bis zu Mittag.

Mittags kam der Triebwagen ! Manche Zugleistungen wurden von Triebwagen der Bauart De Dietrich übernommen, dessen Farbenfroher Rot und Crem Anstrich den ansonsten tristen Grünen Personenwagen gut zu unterscheiden war. Denn ansonstens war er dank seines leisen Saurer Motors eher unauffällig. Der Führer musste nämlich oft einen Warmpfiff abgeben, besonders an den Stellen wo die Strecke am Strassenrand gelegen war. Ein ganz besonderer Ritus war dem 3323 beschert der um 12.13 ankam. Das Personnal nuzte die Zeit bis zur Rückfahrt um 12.58 um im 'Restaurant de la Gare' zu essen. Um unötige Zeit zu verlieren huppte der Führer die Anzahl der bereitszustellenden Gedäcke : ein Pfiff = ein Couvert. Es kam nämlich vor das ein zweiter Schaffner oder ein Chef das Personnal begleitete. So lebte man auf diesen kleinen Nebenstrecken, abzeits der grossen Magistralen ; gemütlich.

Der letzte Zug ! Die 1-232 TC kam mit dem letzten Zug wieder nach Ehnwiller. Bremsen, der Zug kam zum Stillstand , die Passagieren stiegen aus. Manche verweilten noch ein paar Minuten auf der Terrasse des 'Restaurant de la Gare', um ein frisches Bier der Brauerei Perle in Schiltigheim zu geniessen und über die letzten Nachrichten aus dem Indochinakrieg oder der neusten Regierungswechsel zu diskutieren. Die TC stand schon im Lokschuppen und war bereit für den ersten Zug am nächten Morgen.

 

 Heute. Noch ein Kilometer auf meinen 'Drahtesel' (= Fahrrad auf elsässich), bevor ich wieder an diesem Ort ankomme der so stark meine Kindheit markiert hatte. Heute ist fast nichts mehr übriggeblieben, ausser dem Emfangsgebäude das in ein Jugendhaus umfunktionniert worden. Meine Sinne eilen schon vor, denn ich scheine einen angehnemen Geruch von 'Hasenpfeffer' zu spüren. Dieser geschölte wie damals seit Stunden auf bem Holzoffen meiner Tante ; es wird wieder ein Festessen sein heut mittag.

Le pique niqueLe corbeau et le renard....


Geschichtlicher Hintergrund

Ende des letzten Jahrhunderts oblag die Verwaltung der elssäsischen Eisenbahnen der Reichseisenbahnen Elsa*-Lothringen (=EL), dennoch war die Eisenbahnbaupolitik fest in den Händen der Reichsministerien in Berlin. Zur Erschlieesung abgelegener Teile des damaligen Reichslandes bevorzugte man die Normalspur, die aber aus Kostengründen, entlang vorhandener Strassen gebaut wurde. In manchen Orten legte man das Gleis durch die Hauptstrasse. Viele Seitentäler der Vogesen, des Sundgau oder des NordElsass konnte so mit der Eisenbahn verbunden werden.

 

Diese Thema habe ich ins Model umgesetzt. Ich wählte jedoch kein besonderes Vorblid, sondern entnahm Situationen aus mehreren Endbahnhöfen : so gleicht der Gleisplan derer von Lautenbach, zur Umsetzung ist er jedoch im NordElsass angesiedelt, so wie die Strecke Walbourg - Lembach.

 

Einen kleinen fiktiven historischen Rückblick konnte auch erstellt werden. Schon 1858 war ein erstes Projekt enstanden um den kleinindustrieort Ehnwiller mit der Strecke Haguenau - Wissembourg zu verbinden. Es kam aber erst mit dem Reichsgesetz vom 1. Februar 1890 , das den Bau der 8,93 km lange Strecke genehmigte, zuerst von Walbourg nach Weitersbach. Erbaut in Strassenlage, mit Radien bis zu 300 m wurde die Strecke am 1. Dezember 1891 dem Betreib übergeben. 1897 kam ber 7 km lange Weiterbau nach Ehnwiller. Die Strecke erchloss ein Gebiet von 25 Kommunen mit zahlreichen Brauereien, Ziegeleien, Textilfabricken und sogar Ölfelder, wie auch Holzabfuhr und Sandsteine. Die Weiterführung in die nahe gelegen Pfalz blieb aus.

Nach der Ruckkehr der Provinzen zu Frankreich 1918, wurde der betrieb durch die AL übernommen. Die Bespannung der zahlreichen Zügen kamen der T9 (spätere 1-130 TA) und T5 (1-122 TA) des BW Haguenau zu. Ab mai 1935, übernahmen die ersten De Dietrich Triebwagen der Reihe XD 1001 bis 1011 zwei Tagsesleistungen Ehnwiller - Haguenau. Die restlichen Züge gebildet aus vier zweiachswagen mit offenen Endplattformen bleiben dampfbespannt. Nach dem zweiten Weltkrieg schickte die SNCF die 1-232TC (ex T18) und 1-230F (ex P8) auf die Reise. Die Personnenzüge bestanden jetzt aus Donnerbüchsen. 1-040D (ex G8.1) übernahmen die Güterzugleistungen

Leider wurde der rote Strich schon am 22 mai 1961 für den Personnenverkehr gezogen. Nur noch gelengtliche Güterzüge gezogen von Dieselloks der Reihe BB63000 bestimmten nun den Alltag der Strecke. Bis zum Schluss 1984 kamen auch noch Kleinloks Y8000 nach Ehnwiller. Die Anlagen wurden kurz danach abgebaut. 1996 wurde die Trasse in ein Radwanderweg umgewandelt, und seitdem ist es eine wahre Freunde diese alte Strecke aus diese Weise wieder zu befahren.


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Dernière MAJ - Letzte Aenderung - Last Update : 15 Mai 2003